Das andere Kind

Charlotte Link

Manchmal muss es einfach etwas Spannendes sein, das es mir schwer macht, meinem normalen Leben nachzugehen, wo ich mich hineinziehen lassen kann und das mich vor Nervosität meine Haare mit den Fingern zu Locken drehen lässt. Wenn ich so eine Lektüre „brauche“, lese ich gern Charlotte Link. Und mit „Das andere Kind“ hat sie es wieder einmal geschafft: Ich war 667 Seiten lang süchtig.



Fiona Barnes ist eine alte Frau, als sie eines Nachts in der Nähe der Farm ihres Jugendfreundes Chad Beckett in Yorkshire brutal ermordet wird. Wer hat sie getötet? Dave Tanner, der sich durch eine Heirat mit Chads Tochter Gwen die Farm erschwindeln will? Jennifer Brankley, ein Feriengast der Becketts, die vor Jahren wegen eines Skandals um die Weitergabe verschreibungspflichtiger Medikamente an eine Schülerin als Lehrerin suspendiert worden ist? Und hat einer der beiden auch die Studentin Amy Mills auf dem Gewissen, die jemand drei Monate zuvor auf dem Nachhauseweg vom Babysitten in einem Park erschlagen hat?

Auf der Suche nach Fiona Barnes’ und Amy Mills’ Mörder kommt Vieles ans Tageslicht, was für Einige lieber im Dunkeln geblieben wäre: Lügen, dunkle Geheimnisse, traumatische Kindheitserinnerungen und eine alte Schuld, die das Leben vieler Menschen verändert hat. Irgendwie haben fast alle ein Motiv...

Ich bin nicht eine von denen, die immer gleich weiß, wer sich am Ende als Mörder entpuppen wird. Krimis und Thriller bleiben für mich meist bis zuletzt spannend, denn ganz oft habe ich das Gefühl, dass eigentlich gar keiner der Schuldige sein kann. „Das andere Kind“ ist da ganz anders. Von Anfang an ist für mich jeder verdächtig gewesen. Ich habe keinem Alibi getraut, die verdrehtesten Erklärungs-Varianten für wahrscheinlich gehalten, und mit jeder Person, die in der Handlung neu aufgetaucht ist, hat sich mein Verdächtigenkreis erweitert.

Aber DAS wäre mir nicht in den Sinn gekommen!

Danke, Charlotte Link, für diese paar Stunden Herzklopfen! Ich kann übrigens noch immer nicht glauben, dass diese Frau Deutsche ist. Ist das sicher keine Britin? Versteh ich nicht...

(Mit einem Lieblingszitat kann ich diesmal nicht dienen. Keine Zeit, auf schöne Worte, Metaphern oder Satzkonstruktionen zu achten. Viel zu spannend!)

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