Der Hase mit den Bernsteinaugen

Edmund de Waal
(aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer)


Ich liebe Biografien – wahre Geschichten von Menschen, die etwas erlebt haben, das sich zu erzählen lohnt. Und wenn ich dann noch sozusagen gratis etwas Bildung (die ich in geschichtlicher Hinsicht schmerzlich vermisse) mit dazubekomme, umso besser! Die Familiengeschichte von Edmund de Waal hat mir – obwohl mitunter ohne die erwähnte geschichtliche Bildung etwas mühsam zu lesen – alles gegeben, was ich mir von einer Biografie erwarte.

Wiedersehen in Howards End

E. M. Forster
(aus dem Englischen von Egon Pöllinger)


Schon wieder ein Buch, das mich mit Sehnsucht erfüllt! Howards End ist ein Haus vor den Toren Londons. Es ist alt, gefüllt mit Möbeln, Büchern und Erinnerungen voller Patina, bewacht und umsorgt von der schrulligen Nachbarin, und herrenlos. Obwohl der Titel des Romans schon andeutet, dass es irgendwann wieder bewohnt sein wird, habe ich während des Lesens oft gedacht: „Gebt es mir! Ich will es mit Leben füllen. Und davon erfüllt werden.“

Das Flammende Kreuz

Diana Gabaldon (deutsch von Barbara Schnell)

Es ist so weit, dass sogar meine Mutter mich für verrückt erklärt. Seit ich wieder in Diana Gabaldons Highland-Saga eingetaucht bin, mich von dem ursprünglichen Leben der Frasers im Amerika des 18. Jahrhunderts einlullen lasse und mich an der Von-der-Hand-in-den-Mund-Lebensweise von Claires Familie erfreue, passiert es mitunter, dass ich im Supermarkt um den Gelierzucker herumschleiche. Ich will Früchte einkochen! Dabei esse ich gar keine Marmelade...

Der Ruf der Trommel

Diana Gabaldon
(deutsch von Barbara Schnell)

Ich mag keinen Whiskey. Auch keinen schottischen. Auch nicht, wenn er Jahrzehnte alt ist. Ich schmecke weder den Torf noch das Fass, auch nicht den Rauch oder das Meer. Ich finde Whiskey einfach nur grauslig. Und trotzdem hat mich „Der Ruf der Trommel“ dazu gebracht, wider mal ein Glas zu probieren. Gelesen schmeckt er nämlich immer total gut... Aber leider: Whiskey ist noch immer nicht mit Ding. Ganz im Gegensatz zu Diana Gabaldons Highland-Saga!

Das böse Mädchen

Mario Vargas Llosa
(aus dem Spanischen von Elke Wehr)

Jemanden zu lieben, der einem nicht gut tut, kann ich nachvollziehen. Wenn ich wirklich liebe, habe ich nicht die Kraft, mich abzuwenden und den notwendigen radikalen Schlussstrich zu ziehen. Andere können das – ich nicht. Deshalb kann ich den „guten Jungen“, der das „böse Mädchen“ liebt, so sehr verstehen. Und beim Lesen habe ich mit ihm mitgelitten – bis zum Schluss.